CarGo BikeBoom: Wie Transporträder unsere Mobilität revolutionieren

CarGo BikeBoomDAS Buch ist da! Juergen Ghebrezgiabiher und Eric Poscher-Mika portraitieren in CarGo BikeBoom die bunte und wachsende Cargobike-Bewegung. Ein Gastbeitrag von cargobike.jetzt ist hier online zu lesen.

Das Buch ist ab sofort im MAXIME-Verlag erhältlich. In der Verlagsankündigung heißt es:

Noch nie schien es so einfach, die Mobilitätswende auf die Straße zu bringen und damit eine der großen urbanen Fragen unserer Zeit zu lösen. Davon sind nicht nur die Autoren überzeugt, sondern auch all die im Buch portraitierten Pioniere und Aktivisten, die als Designer, Hersteller, Blogger, Künstler, Sozialunternehmer und nicht zuletzt als Nutzer klare Zeichen für die Zukunft setzen.

Eine Buchvorstellung mit den Autoren ist auf dem International Cargo Bike Festival am 14./15. April 2018 im Rahmen der VELOBerlin geplant. Zuvor gibt es erste Exemplare von CarGo BikeBoom bereits am Stand von Fahrradbuch.de bei der Berliner Fahrradschau am 23.-25. März.

Per Mausklick zum Crowdfunding-Video der Autoren vom Oktober 2015.

Eine ganze Reihe von Unternehmen und Einzelpersonen aus der Cargobike-Bewegung hat das Buchprojekt mit einem Eintrag in den Grünen Seiten unterstützt. Ich habe mich sehr gefreut, einen von drei Gastbeiträgen beisteuern zu dürfen. „Warum eigentlich gerade jetzt Cargobikes?“ haben mich Juergen Ghebrezgiabiher und Eric Poscher-Mika gefragt. Hier mein Beitrag als Vorgeschmack auf das Buch:

Warum eigentlich gerade jetzt Cargobikes?

Ja wann denn sonst? Globaler Klimawandel, Dieselgate und Verkehrsinfarkt sind jetzt. Und trotzdem jagt ein Verkaufsrekord der Autoindustrie den nächsten, Stadtautobahnen werden gebaut und Kaufprämien nur für E-Autos eingeführt. Das ist doch absurd! Die Überwindung der automobilen Gesellschaft ist eine drängende soziale und ökologische Frage. Es geht um Mobilität und Straßenraum für alle, saubere Atemluft und das Weltklima. Große Themen also. Und welchen Beitrag können Cargobikes dazu leisten?

Nirgends wurde die Grundidee von Cargobikes prägnanter formuliert als im Titel eines Pilotprojekts in der Kurierbranche: Ich ersetze ein Auto! Das Potential ist groß. 51% aller motorisierten privaten und gewerblichen Transporte in europäischen Städten könnten laut einer Studie des europäischen Cyclelogistics-Projekts auf Fahrräder verlagert werden. Doch wer transportiert regelmäßig Lasten oder Kinder mit dem Fahrrad nur weil es theoretisch geht? Praktisch muss es sein und Spaß muss es machen. Auch Kosten und Style sind wichtige Faktoren. Hier kommen moderne Cargobikes ins Spiel: von komfortablen Familienkutschen über coole Kurierflitzer bis zu imposanten Schwertransportern. Immer öfter macht ein E-Antrieb sie zu flotten eCargobikes. So wurden 2016 in Deutschland mehr eCargobikes verkauft als E-Autos zugelassen: 11.400 neu zugelassenen E-Autos standen 15.000 verkaufte eCargobikes (Schätzung des Zweirad-Industrie-Verband) gegenüber.

Anders als in Dänemark und den Niederlanden ist die Verbreitung von Cargobikes im deutschsprachigen Raum noch vergleichsweise gering. Ihre Bedeutung für die Verkehrswende lässt sich allerdings nicht nur an errechneten Potentialen und Verkaufszahlen festmachen. Cargobikes stellen die Selbstgewissheiten der automobilen Gesellschaft in Frage. „Mir gehen gerade die letzten Argumente für mein Auto verloren“, sagte ein Berliner Freund als er vor Jahren mein erstes Cargobike sah. Jeder Cargobiker, der glücklich am Autostau vorbeiradelt wird zu einem Symbol der Verkehrswende. Und zwar zu einem besonders bildstarken Symbol, das bei Fotografen, Medien und Politik besonders beliebt ist. Verkehrswende? Yes we can!

Doch der Anblick von Cargobikes bringt auch die Vertreter des automobilen Status Quo auf den Plan. Ein schönes Beispiel habe ich am Reichstag in Berlin erlebt. Dort stehen jede Menge Oberklasse-Autos für die Bundestagsabgeordneten bereit. „Die Arbeitsplätze, Frau Abgeordnete, die Arbeitsplätze!“, rief ein Fahrer als meine damalige Chefin und ich auf einem Cargobike des Ich ersetze ein Auto-Projekts vorbeifuhren.

Mit MdB Viola von Cramon am Reichstag. Foto: David Kipp

 

Die ökonomischen Konsequenzen eines Autoausstiegs in Deutschland wären enorm. Entsprechend groß werden die Widerstände wenn es ernst wird. Nicht umsonst haben wir in Deutschland eine ökologisch unsinnige und sozial ungerechte Kaufprämie nur für E-Autos. Doch schlauere Automobilzulieferer beschäftigen sich bereits mit Cargobike-Konzepten. Und die bunte Cargobike-Bewegung wächst von unten munter weiter – mit all ihrer kreativen Energie, Leidenschaft und zunehmendem wirtschaftlichen Erfolg. Höchste Zeit, dass es jetzt auch ein Buch über sie gibt!


Gastbeitrag von Arne Behrensen/cargobike.jetzt in:

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