Ein Longtail für Menschen, die keine Angst vor Tech haben.

Auf der EUROBIKE 2025 war das Tarran T1 ein Hingucker. Nun legt der chinesische Hersteller nach und hat ein Longtail entwickelt. Wir sprachen mit dem CEO Ben Guo.

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Clara Pöhlmann / cargobike.jetzt: Zu eurem Modell gibt es schon sehr viele Marketingmaßnahmen. Gleichzeitig seid ihr als Hersteller noch relativ unbekannt. Was sind eigentlich eure Hintergründe?

Ben Guo/ Tarran Bikes: Gegründet haben wir Tarran im Juli 2023, mit einem Team aus Ingenieuren, die von DJI und Insta360 stammen. Natürlich haben wir auch einen Hintergrund aus der Fahrradindustrie, Teile des Gründerteams, haben das Amflow Bike von DJI mitentwickelt. Ich persönlich, habe nach meinem Masterstudium an der Hong Kong University of Science and Technology, als Product Manager bei DJI und Insta360 gearbeitet. Dort war ich unter anderem Produktleiter für die Insta360 Go und X Serie. 2022 war es dann an der Zeit etwas Eigenes zu machen.

Und euer Name Tarran. Der ist angelehnt an das Tarandus. Wie kamt ihr dazu?

Am Anfang haben wir intensiv nach dem perfekten Namen gesucht. Bei meinen Recherchen landete ich schließlich in der Bibliothek. Nach stundenlangem Stöbern in Büchern stieß ich auf den Tarandus – eine Figur aus der griechischen Mythologie. Was mich besonders faszinierte, war ihre universelle, fast mystische Bedeutung, die sich durch viele Kulturen zieht. Zudem gibt es eine Verbindung zu Weihnachten und Rudolf, dem Rentier. Da Santa Claus für weihnachtliche Familienzeit steht und wir ein Fahrrad entwickeln wollten, das Freude und glückliche Momente schafft, war der Name für uns perfekt.

Im Tarran treffen sich Spiritualität und Tech.

Als ich von der Funktion gehört habe, dass das Tarran eine Heckkamera hat,
habe ich mich zunächst gefragt. Wozu genau ist das wichtig? Bei Autos sind bestimmte Bereiche nicht sichtbar. Geht das beim Fahrrad nicht auch mit einem Rückspiegel?

Uns geht es hier ums Fahrerlebnis. Die Heckkamera ist optional. Sie hat unterschiedliche Funktionen. Wenn sich von hinten ein Auto schnell nähert, gibt es verschiedene Hinweismöglichkeiten, neben Geräuschen auch visuelle Warnsignale auf dem Bildschirm. Außerdem dient sie als Diebstalschutz, da sie kontinuierlich eingeschaltet bleiben kann und die Aufnahmen an die Handy App schickt.

Ihr nennt euer Rad „hyperintegriert“. Was genau meint ihr damit – was macht ein Lastenrad in euren Augen hyperintegriert, und was unterscheidet euch von einem gut ausgestatteten E-Bike?

Wir nennen unsere Bikes hyperintegriert, da sie wie ein modulares System funktionieren. Verschiedene Add-ons können jederzeit nachgerüstet werden, da sie mit schon vorhandenen Buttons sowie der App bedient werden können. Die Fahrräder werden so produziert, dass Erweiterungen so einfach wie möglich eingebaut werden können. Im Unterschied zu anderen Herstellern, bei denen zwar Erweiterungen möglich sind, diese aber nicht einwandfrei ins Handling integriert werden können.

Im Video von der Radelbande wird das L1 von Tillman getestet. Kritikpunkte waren der Wasserabfluss der Taschen, sowie eine etwas wackelige Steuerung?

Tilman hatte von uns einen Prototypen zum Testen erhalten – inkl. ersten Testversionen unsere Taschen. In der Serienfertigung sind selbstverständlich Abflusslöcher integriert. Auch einen Lenkungsdämpfer haben wir ergänzt, wodurch die Steuerung jetzt viel kontrollierter ist. Uns ist Feedback sehr wichtig, deswegen haben wir die Kritik sofort eingearbeitet.

Wer sich das T1 und L1 nebeneinander anschaut, stellt fest, dass das T1 ein sehr extravagantes Design hat, während das L1 viel simpler ist, wie kam es zu diesem Wandel?

Beim T1 haben wir mit KISKA-Design aus Salzburg zusammengearbeitet. Wir haben das futuristische Design gewählt, um uns von unserer Konkurrenz abzuheben und uns auf dem Markt zu etablieren. Und so unserem Ziel näher zu kommen, die Nr. 1 Marke für intelligente E-Lastenräder zu werden.

Beim L1 haben wir uns weiterentwickelt. Dieses Mal haben wir das Design selber gestaltet – bewusst pragmatisch und reduziert. Wir wollten ein leiseres, einfacheres Design, das die Essenz eines Fahrrads einfängt. Wir glauben, dass das der Weg ist, alle Typen von Cargo Bikes anzubieten und dabei stets authentisch zu bleiben.

Das T1 mit seinem extravaganten Design
Das L1 – pragmatisch, reduziert

Habt ihr vor in Zukunft auch Lastenräder für die gewerbliche Nutzung anzubieten?

Wir wollen für unsere Fahrräder flexible Nutzungsmöglichkeiten anbieten, jedoch liegt der Fokus hierbei bisher nicht auf der gewerblichen Nutzung. Wir sind jedoch offen weitere Ideen zu erkunden, und viele weitere Accessoires anzubieten. Derzeit in der Entwicklung ist beispielsweise ein Add-On für Haustiere.

Wie würdest du eure Zielgruppe definieren?

Ich würde sagen, der Fokus liegt auf Familien, die keine Angst vor Technik haben. (lacht)

Wo verkauft ihr am meisten?

Bisher vor allem in Europa und in den USA. Aber auch Australien ist ein für uns sehr interessanter und wachsender Markt. (Anmerkung der Redaktion, das Fotoshooting ist aus Melbourne)

Was gefällt dir an dem L1 am besten?

Alles (lacht). Es ist fast als wäre es mein Kind. Aber Spaß beiseite, ich bin überzeugt von unserem Gesamtkonzept, wir bieten maximale Funktionalität und Qualität zu einem fairen Preis.

Ben Guo ist der CEO von Tarran Bikes, einem 2023 gegründeten E-Lastenrad-Startup, das sich auf smarte, familienfreundliche Cargo-Bikes spezialisiert hat. Ihr Motto: „Intelligente Einfachheit“ – Technologie soll den Alltag erleichtern, nicht komplizieren.

www.tarranbikes.com | Tarran L1 vorbestellen


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