Cargobike-Fuhrpark von Rapid Kuriere in München

München: Kaufprämie für eCargobikes läuft gut an

Cargobike-Fuhrpark von Rapid Kuriere in MünchenSeit dem 1. April gibt es bis zu 2000 Euro Kaufprämie für gewerblich genutzte eCargobikes in München. 60 Anträge sind inzwischen eingegangen.


[Update vom 3. Sept. 2016: Bis zum 1. September wurden bereits 86 Lastenpedelecs und 178 Pedelecs von der Landeshauptstadt München gefördert. Dies erläuterte eine Mitarbeiterin des Förderprogramms Elektromobilität auf einer Veranstaltung am ADFC-Stand auf der Eurobike.]

Die Kaufprämie für eCargobikes ist Teil des kommunalen Förderprogramms Elektromobilität. Anders als die neue Kaufprämie auf Bundesebene ist die kommunale Kaufprämie in München nicht auf E-Autos beschränkt. Sie gilt auch für Leichtfahrzeuge, Roller, eCargobikes und normale Pedelecs – allerdings kann sie nur von gewerblichen Nutzer*innen beantragt werden. Das zuständige Referat für Umwelt und Gesundheit (RGU) der Landeshauptstadt München schickte auf Nachfrage folgende Zahlen:

„mit Stand heute, 18.07.2016 wurde/wurden bisher

– 60 Förderanträge zu Lastenpedelecs gestellt
– 43 der Förderanträge positiv beschieden (erteilte Förderzusagen)
– kein Förderantrag negativ beschieden

17 Förderanträge werden noch bearbeitet.“

Zuvor berichtete bereits die Süddeutsche Zeitung am 11. Juli:

Bislang wurden laut RGU Förderanträge für 231 Elektroautos sowie 65 E-Leichtfahrzeuge gestellt, außerdem für 220 Pedelecs (davon 58 Lastenpedelecs).

Damit entfallen rund ein Viertel aller Pedelec-Anträge auf eCargobikes!

TV-Beitrag zum Pilotprojekt "Lastenpedelecs für Münchener Gewerbetreibende"
TV-Beitrag zum Pilotprojekt „Lastenpedelecs für Münchener Gewerbetreibende“

Im österreichischen Graz, wo 2011 erstmalig eine Kaufprämie für gewerblich genutzte Cargobikes (ohne E-Antrieb) eingeführt wurde hat es für die ersten 38 geförderten Cargobikes übrigens drei Jahre gebraucht. Für die nächsten 39 Cargobikes dann nur noch 14 Monate (siehe cargobike.jetzt-Beitrag zu Kaufprämien für Cargobikes in Österreich). Auch wenn München über fünfmal so groß wie Graz ist: 60 Förderanträge in zweieinhalb Monaten sind im Vergleich zu Graz ein rasanter Start! Und die Entwicklung in Graz hat gezeigt, dass die Anzahl der Förderanträge mit der Zeit deutlich zunimmt.

Geld genug für die Förderung von eCargobikes und Pedelecs ist jedenfalls vorhanden: 22 Millionen Euro schwer ist das kommunale Förderprogramm Elektromobilität. Und wegen der neuen Kaufprämie auf Bundesebene wird jetzt der Kauf von E-Autos nicht mehr aus dem Münchener Topf gefördert. Also, ab ins nächste Fachgeschäft für Pedelecs und eCargobikes, liebe Münchener Unternehmen und Vereine! Ein guter Wegweiser dabei ist die VCD-Umkreissuche für Cargobike-Händler. Offizielle Infos und das Antragsformular für die Kaufprämie gibt es hier.

Zur Förderhöhe gilt:

„25% der Anschaffungskosten (ohne Mehrwertsteuer) bis zu einer maximalen Fördersumme von 1.000.- € für Lastenpedelecs bzw. 500.- € für Pedelecs und Elektroroller“

Flyer eMobilität VorderseiteEinen zusätzlichen Bonus von 1000,- Euro gibt es für diejenigen, die nachweisen, dass sie mit ihrem eCargobike (Lastenpedelec) „ein mit fossilen Energieträgern betriebenes Fahrzeug“ ersetzen.

Ob das Münchener Förderprogramm eine Signalwirkung für andere Kommunen oder auch den Bund haben wird? Zuletzt forderte auch die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen Baden-Württembergs von der Bundesregierung: 300.000 E-Lastenfahrräder mit 1.000 Euro pro Rad fördern!


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2 comments

  1. Ich finde es schade, dass immer nur die gefördert werden, die es sich eh leisten können und nicht die in den Genuss kommen können, die Unterstützung bräuchten. Kinderreiche Familien, Leute die sich kein Auto leisten können. Ist wie bei der Postbank. Menschen mit Kontobewegungen über 3tsd. € bekommen kostenlose Kontoführung. Alle darunter zahlen die Zeche!

    1. Hallo Michael,
      ich teile Deine Kritik. Deswegen habe ich an anderer Stelle die Kaufprämie für E-Autos auch bezeichnet als das „steuerfinanzierte Geschenk an Autoindustrie und wohlhabende Autokäufer*innen“: http://cargobike.jetzt/kaufpraemie-und-efueralle/
      Nur zur Erklärung, wieso auch andere Kaufprämien für Cargobikes (Graz, Umweltministerium Österreichs) auf gewerbliche Käufer*innen beschränkt sind: Man geht dort von einer durchschnittlich intensiveren Nutzung aus, womit man pro ausgegebenen Euro Kaufprämie eine höhere Umweltwirkung hätte.
      Aber es spricht ja nichts dagegen, ein Förderprogramm auch weiterzuentwickeln – dazu braucht es Akteure, die das politisch einfordern.

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