Steiermark führt Kaufzuschuss für Cargobikes ein

Cargobikes in Graz Die Steiermark hat zum 1. Januar 2016 als erstes Bundesland in Österreich einen Kaufzuschuss für Cargobikes eingeführt. Eine Kaufprämie auf Bundesebene und in einzelnen Gemeinden gibt es in Österreich bereits.


In der Steiermark werden sowohl Cargobikes mit als auch ohne E-Antrieb gefördert. In einer Pressemitteilung vom 13. Januar wird hervorgehoben, dass auch Privatleute den Kaufzuschuss in Anspruch nehmen können. Dessen Höhe ist in der Richtlinie Direktförderung von elektrisch und nicht elektrisch betriebenen Lastenfahrrädern auf 25 % der Anschaffungskosten festgesetzt. Für private Käufer gilt als Berechnungsbasis der Brutto-Preis und eine maximale Förderhöhe von 500 Euro. Gewerbliche Käufer erhalten 25% auf den Netto-Preis bis maximal 400 Euro. Das Programm ist vorerst befristet bis zum 31. Dezember 2016.

Mit Cargobikes gegen Feinstaub

Die Steiermark war 2015 Österreichs Feinstaub-Hochburg. Erklärtes Ziel der Cargobike-Förderung ist deswegen auch die „Reduzierung von Emissionen durch Transporte, vor allem bei kürzeren Wegstrecken“. Außerdem soll sie einen Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie Steiermark 2025 und des Klimaschutzplan Steiermark leisten.

Kaufzuschuss für Cargobikes: Vorreiter Österreich

Cargobike Gettogether auf dem Mariahilfer Platz in Graz
„Stelldichein der flotten Transporter“, © Stadt Graz/ Foto Fischer

In Österreich gibt es bereits mehrere Kaufprämien-Programme für Cargobikes. Vorbild für die Steiermark ist die eigene Landeshauptstadt Graz, die seit 2011 die Anschaffung von Cargobikes mit 50% des Kaufpreises und einer maximalen Höhe von 1000 Euro fördert.  Allerdings gibt es die Kaufprämie in Graz nicht für einzelne Privatleute sondern nur für Unternehmen, Institutionen und Hausgemeinschaften. Außerdem gilt: „ein evtl. vorhandener Elektromotor wird nicht gefördert“. In den drei Jahren bis November 2014 sind laut Umweltamt 38 Cargobikes von der Stadt bezuschusst worden – bei steigender Tendenz. Nur 14 Monate später liegt die Gesamtzahl der geförderten Cargobikes bereits bei 77 (Stand 14. Januar 2016). Die im Oktober 2015 aktualisierte Förderrichtlinie gilt bis Ende 2017 und ist zusammen mit dem Antragsformular hier zu finden.

Auf Bundesebene wurde in Österreich im Mai 2015 ein Kaufzuschuss für gewerblich genutzte Cargobikes eingeführt. Er wird über das Förderprogramm klimaaktiv mobil der Bundesregierung finanziert und ist vorläufig bis Ende 2016 beschränkt. Die Kaufprämie beträgt 20% der Anschaffungskosten für Betriebe und 40% für Gebietskörperschaften. Die maximale Höhe beträgt 400 Euro für Cargobikes ohne und 600 Euro für Cargobikes mit E-Antrieb. Alle Infos dazu in diesem Infoblatt.

In Lustenau werden Gemüsekisten des vetterhof per eCargobike geliefert
Lieferservice per Cargobike in Lustenau. Foto: vetterhof.at

Dass auch in kleinen Städten eine Kaufförderung von Cargobikes funktioniert zeigt die Gemeinde Lustenau in Vorarlberg. Seit Anfang 2015 gibt es eine kommunale Kaufprämie für gewerbliche wie private Cargobikes. Laut  zuständigem Verwaltungsmitarbeiter wurden innerhalb nur eines Jahres um die 20 Cargobikes gefördert – eine beträchtliche Zahl für eine Gemeinde mit nur 22.000 Einwohnern! Zum 1. Januar 2016 wurde jetzt die bisherige Kaufprämie von 500 Euro für Cargobikes und 1000 Euro für eCargobikes auf die maximale Höhe der neuen Bundesförderung von 400 bzw. 600 Euro reduziert. Mehr zum Förderprogramm in Lustenau hier. Gewerbliche Käufer können den kommunalen Zuschuss jetzt nur noch in Anspruch nehmen wenn gleichzeitig die Bundesförderung nicht in Anspruch genommen wird. Die anderen Förderprogramme schließen eine Mehrfachförderung ebenfalls aus oder beschränken sie.

Und in Deutschland?

Cargobike-Fuhrpark von Rapid Kuriere in MünchenDie erste kommuale Kaufprämie für Cargobikes in Deutschland wird es ab April 2016 in München geben. Allerdings geht es hier nicht primär um die Förderung von Cargobikes sondern um Elektromobilität allgemein. Deswegen werden nur eCargobikes gefördert und auch nur für die gewerbliche Nutzung. Immerhin hat man in München aber die übliche Autofixierung bei der Förderung von Elektromobilität in Deutschland überwunden. Die Beispiele der Kaufprämien auf kommunaler, Landes- und Bundesebene in Österreich zeigen, dass die Verbreitung von Cargobikes aber auch ganz gezielt und ohne den Umweg über die Elektromobilität gefördert werden kann. Ob ein Kaufzuschuss allerdings immer das beste Instrument der Cargobike-Förderung ist – das ist eine andere Frage.

4 comments

  1. In Österreich gibt es im Gegensatz zu Deutschland vermutlich eine weniger starke Auto-Lobby, die zur Verfügung stehende Gelder für sich beansprucht. Ich würde mir natürlich auch in Deutschland mehr Förderungen für Lastenräder wünschen, aber noch besser fände ich, wenn zu erst die Rad-Infrastruktur verbessert wird. Es muss erst einmal eine größere Menge Radfahrer geben, die dann vielleicht in Betracht ziehen ein Lastenrad zu nutzen, als direkt einfach nur Lastenräder zu subventionieren. Leider sind sie immer noch nicht im Bewusstsein vieler Menschen angekommen.

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