Am 30. April ging in Norderstedt bei Hamburg e-TINK in Betrieb. Das von nextbike betriebene Fahrradverleihsystem der Stadt umfasste bereits bisher neben klassischen Fahrrädern auch 24 unmotorisierte ein- und mehrspurige Cargobikes des Modellprojekts TINK.

Nun sind – mit finanzieller Unterstützung des Bundesumweltministeriums – 15 einspurige eCargobikes des Berliner Herstellers Pedalpower hinzugekommen. Weitere Details gibt es in der Pressemitteilung der Stadt Norderstedt:

Die Stadt hat 15 Elektro-Transporträder angeschafft, die fortan von Bürgerinnen und Bürgern und den Gästen in Norderstedt über das etablierte Leihrad-System „nextbike“ gemietet werden können. Die Räder ergänzen die bereits bestehenden Angebote von „nextbike“ (normale Räder/Transporträder ohne Zusatzantrieb). Das neue Elektro-Transportrad-System firmiert unter „e-TINK“. Norderstedt bietet damit bei Mieträdern das Angebot mit den meisten Wahlmöglichkeiten in Deutschland an.

Norderstedts Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote (CDU) beim Testfahren.

Für den Betrieb des neuen „e-TINK“-Mietsystems ist die Leipziger Firma „nextbike“ zuständig, welche als Marktführer in über 150 Städten weltweit Mietradsysteme betreibt. In Norderstedt betreut „nextbike“bereits seit 2011 das reguläre Mietradsystem und seit 2016 das Transportrad-Mietsystem „TINK“.

Die neuen zweirädrigen Elektro-Transporträder tragen bis zu 80 Kilogramm Last in ihrer Transportbox. Der Motor unterstützt bis zu einer maximalen Geschwindigkeit von 25 Kilometernpro Stunde. Befördert werden können mit den Rädern auch zwei Kinder bis zu einem Alter von sieben Jahren. Das Ausleihen und die Rückgabe der Räder ist an jeder der bereits bestehenden Mietradstationen in Norderstedt über die „nextbike“-App oder die „nextbike“-Hotline möglich.

Um einen besonderen Anreiz zu schaffen, ist die erste halbe Stunde Nutzung pro Tag für registrierte Kunden jeweils kostenfrei. Danach kostet jede weitere halbe Stunde einen Euro, maximal werden neun Euro pro Tag fällig. Damit sind die Elektro-Transporträder zu dem Tarif erhältlich, der auch für die „normalen“ Räder und die „TINK“-Transporträdergilt. Wer bereits bei „nextbike“oder „TINK“ registriert ist, kann direkt „e-TINK“nutzen. 

Weitere Infos und Registrierung auf der Norderstedt-Seite von nextbike.

e-TINK startet nur wenige Wochen nach der Integration von 20 bzw. 10 eCargobikes bei StadtRAD Hamburg und RegioRad Stuttgart Anfang April. Hier ist die Deutsche Bahn-Tochter DB Connect Betreiber der Fahrradverleihsysteme.

Bereits im Januar wurde das einspurige eCargobike der DB Connect vorgestellt. Im Vergleich zum Modell von e-TINK ist es ein gutes Stück kürzer und hat eine deutlich kleinere Transportbox.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher mit DB Connect-Projektleiter Lars Matthes und dem neuen eCargobike. Foto: Bild: Jan-Niklas Pries / Senatskanzlei Hamburg

Das Aufladen des Akkus erfolgt bei den eCargobikes von DB Connect automatisch nach Andocken an die Verleihstation. Jedes eCargobike hat dafür eine „Heimatstation“ – für eine Rückgabe an einer anderen Station werden 50 € berechnet.

Bei TINK und e-TINK in Norderstedt gibt es zwar Verleihstationen aber keine Dockingstationen. Hier sind die eCargobikes mit Wechselakkus ausgestattet, die vom Betreiber ausgetauscht werden. Die eCargobikes können dadurch wie die nicht-elektrifizierten Räder an einer beliebigen Station zurückgegeben werden.

Die beiden großen kommerziellen Anbieter von Fahrradverleihsystemen in Deutschland liefern sich jetzt auch bei der Integration von eCargobikes einen Wettkampf. Welche Systeme und Rad-Modelle sich dabei dauerhaft durchsetzen ist eine spannende Frage! Und dann ist da auch noch die schnell wachsende Bewegung der Freien Lastenräder, die Cargobikes (und eCargobikes) in bereits über 50 Städten anbietet. Die größte Freie Lastenrad-Inititiative ist die fFlotte Berlin mit insgesamt über 40 Cargobikes.

Wo es in Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits Cargobike Sharing-Systeme gibt zeigt die Städteliste Cargobike Sharing.


Editorische Notiz: cargobike.jetzt war Mitglied im Projektbeirat von TINK, das von 2015 bis 2018 aus dem Mitteln des Nationalen Radverkehrsplan finanziert wurde.