Cargobike-Fuhrpark von Rapid Kuriere in München

München: bis 2000 Euro Kaufprämie für eCargobikes

Im Einsatz bei Rapid Kurierdienste München: Ein Cargo Cruiser und iBullits
Foto: Rapid Kurierdienste in München

Unternehmen, Freiberufler und gemeinnützige Organisationen in München können künftig eine kommunale Kaufprämie für den Kauf eines E-Autos, Pedelecs oder eCargobikes beantragen.

[Update II: Die Süddeutsche Zeitung berichtet am 11. Juli 2016: „Bislang wurden […] Förderanträge für 231 Elektroautos sowie 65 E-Leichtfahrzeuge gestellt, außerdem für 220 Pedelecs (davon 58 Lastenpedelecs).“
Update I: Seit dem 1. April 2016 können nun Förderanträge gestellt werden. Zum Antragsformular]

Der Umweltausschuss des Münchener Stadtrats hat heute die kommunale Förderrichtline Elektromobilität mit großer Mehrheit und nur kleinen Änderungen beschlossen. Eine Zustimmung der Vollversammlung des Stadtrats am 16. Dezember gilt damit als sicher. Anders als die autofixierte Elektromobilitätsförderung der Bundesregierung umfasst die Münchener Förderrichtlinie auch „zwei- bis dreirädrige E-Fahrzeuge“. Für deren Förderhöhe gilt:

„25% der Anschaffungskosten (ohne Mehrwertsteuer) bis zu einer maximalen Fördersumme von 1.000.- € für Lastenpedelecs bzw. 500.- € für Pedelecs und Elektroroller“

Einen zusätzlichen Bonus von 1000,- Euro gibt es für diejenigen, die nachweisen, dass sie mit ihrem E-Cargobike bzw. Lastenpedelec „ein mit fossilen Energieträgern betriebenes Fahrzeug“ ersetzen. Im Maximalfall kann also die Anschaffung eines eCargobikes mit 2000,- Euro honoriert werden.

Der zusätzliche Bonus von 1000,- Euro gilt auch beim Kauf eines E-Autos, der ansonsten mit 4000,- Euro bezuschusst wird. Für alle geförderten Fahrzeugtypen gilt: Pro Antragsteller können 2016 und 2017 jeweils bis zu 20 Fahrzeuge gefördert werden. Ein Weiterverkauf ohne anteilige Rückzahlung der Fördersumme ist erst nach drei Jahren möglich. Der Programmstart ist für den 1. April 2016 geplant.

Ein Meilenstein: Kaufprämie nicht nur für E-Autos

TV-Beitrag zum Pilotprojekt "Lastenpedelecs für Münchener Gewerbetreibende"
TV-Beitrag zum Pilotprojekt „Lastenpedelecs für Münchener Gewerbetreibende“

Die Münchener Förderrichtlinie Elektromobilität ist ein Meilenstein für die Überwindung der autofixierten Emobilitätsförderung in Deutschland – und natürlich für die Verbreitung von eCargobikes! Die Landeshauptstadt München knüpft damit an ihre kommunale Vorreiterrolle an. Vor einem Jahr war bereits das Pilotprojekt „Lastenräder für Münchner Gewerbetreibende“ mit 13 teilnehmenden Unternehmen gestartet. Mehr dazu auf der sehr empfehlenswerten Infoseite der IHK München und Oberbayern.


 

6 comments

  1. Zwei Dinge finde ich schade: Erstens sind Privatpersonen von der Förderung ausgeschlossen. Warum eigentlich? Und zweitens werden nur E-Bikes gefördert. Wer keinen Motor braucht wird im Zweifel trotzdem ein Pedelec kaufen, damit er in den Genuss der Förderung kommt. Das erscheint mir nicht sehr sinnvoll.

    1. Hallo Andreas,

      zu Deinem ersten Punkt der Antragsberechtigten heißt es in der verlinkten ausführlichen Sitzungsvorlage:

      „Punkt 1.3 (1) der FE benennt Gewerbebetriebe und Unternehmen, freiberuflich tätige Personen und gemeinnützig anerkannte Organisationen als Antragsberechtigte.
      Ziel dieses Förderkriteriums ist es, den Kreis der Förderberechtigten möglichst groß zu halten. Die Prämisse ist dabei die Förderung des Wirtschaftsverkehrs. Zusätzlich wurden gemeinnützig anerkannte Organisationen ausdrücklich als förderfähig genannt, um bspw. auch ambulante Pflegedienste zu erreichen, die in einem nicht unwesentlichen Umfang am Wirtschaftsverkehr Münchens teilnehmen.“

      Ich nehme an, dass bei gewerblich genutzten Fahrzeugen von einer höheren regelmäßigen Fahrleistung und damit einem größeren Effekt der eingesetzten Finanzmittel als bei privaten Fahrzeugen ausgegangen wird.

      Eine andere Annahme aus der Sitzungsvorlage sehe ich deutlich skeptischer: „Während also „normale“ Pedelecs den Freizeitverkehr dominieren, sind Lastenpedelecs, also Elektrofahrräder, die spezielle Transporteinrichtungen wie Gepäckkörbe oder -boxen aufweisen, hauptsächlich im Wirtschaftsverkehr verbreitet.“

      Zu Deinem zweiten Punkt, dem Ausschluss von Cargobikes ohne E-Antrieb: Es handelt sich ja um eine Förderrichtlinie „Elektromobilität“, nicht um eine Förderrichtlinie Fahrrad/Cargobike. Mir wäre letzteres auch lieber. Und dann hast Du natürlich Recht, dass mit und ohne E gefördert werden sollte.

      1. Hallo Erich,
        das ist das Antragsformular eines bereits 2014 gestarteten Münchener Modellprojekts von IHK und Landeshauptstadt München. Das hat aber nicht direkt mit der neuen Münchener Kaufprämie für E-Mobilität zu tun. Für letztere gilt: Kaufprämie für gewerblich genutzte Cargobikes nur wenn E-Motor dran ist. Sinnvoll finde ich das auch nicht.
        Schöne Grüße
        Arne

    1. „Mit einem Finanzvolumen von 22,2 Mio. € soll bis Ende 2017 die Anschaffung von gewerblich genutzten Elektrofahrzeugen und Ladeeinrichtungen gefördert werden.“
      Siehe im Update am Anfang des Beitrags verlinkte Seite der Stadt München.

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