Der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) hat heute auf einer Pressekonferenz in Berlin Zahlen zum deutschen Fahrradmarkt 2019 vorgelegt. Erstmals werden auch Cargobikes ohne E-Antrieb als eigene Modellgruppe aufgeschlüsselt.

Demnach wurden 2019 geschätzt 21.550 Cargobikes ohne E-Antrieb verkauft. Das sind 0,5 Prozent aller 4,31 Million verkauften Fahrräder in Deutschland.

Deutlich größer ist der Absatz von Cargobikes mit E-Antrieb: Mit geschätzt 54.400 verkauften Modellen wurden 2,5 Mal mehr eCargobikes als rein muskelbetriebene Cargobikes verkauft. Zusammen waren es 2019 geschätzte 76.000 verkaufte Cargobikes und ein Marktanteil von 1,76 Prozent an allen verkauften Fahrrädern in Deutschland.

40 Prozent Wachstum bei eCargobikes

Bei den E-Bikes hatte der ZIV bereits in den letzten beiden Jahren den Anteil der eCargobikes aufgeschlüsselt. Er liegt 2020 wie im Vorjahr bei 4 Prozent. Der Verkauf von eCargobikes stieg 2019 also genauso rasant wie der gesamte E-Bike-Markt, nämlich um stolze 40 Prozent.

Nach privat oder gewerblich genutzten Cargobikes unterscheiden die ZIV-Marktdaten nicht. Als Definition der Modellgruppe dient die entsprechende Definition in der neuen DIN-Norm für Cargobikes: „Fahrrad speziell zum Transport von Gütern und/oder Personen“

ZIV-Geschäftsführer Siegfried Neuberger, VSF-Geschäftsführer Albert Herresthal und ZIV-Pressesprecher David Eisenberger (von rechts nach links) bei Vorstellung der ZIV Marktdaten in Berlin.

Das ZDF berichtete über die Marktdaten des ZIV und konzentrierte sich dabei speziell auf Cargobikes. Zum Bericht geht es per Mausklick auf das folgende Bild.

Cargobike-Beitrag in ZDF heute

Der Anteil von Cargobikes mit und ohne E-Antrieb am Gesamtmarkt sowie die geschätzten absoluten Verkaufszahlen sind in der Präsentation von ZIV-Geschäftsführer Siegfried Neuberger graphisch aufgearbeitet:

Bundesweite Kaufprämie auch für Cargobikes!

Trotz weiterhin rasantem Marktwachstum bleibt aus Cargobike-Perspektive ein kleiner Wermutstropfen: 2018 gab es mehr verkaufte eCargobikes als neuzugelassene reine E-Autos in Deutschland. Wegen der bundesweiten Kaufprämie für E-Autos von 4.000 € (zuletzt auf 6.000 € erhöht) lag die Neuzulassung reiner E-Autos 2019 mit 63.281 wieder vor den eCargobikes mit 54.400.

Um Verkehrswende und Elektromobilität nicht auf eine Antriebswende beim Auto zu reduzieren braucht es endlich auch eine bundesweite Kaufprämie für Cargobikes. Das ist auch Bestandteil der politischen Forderungen des ZIV:

Insbesondere (E-)Lastenräder haben ein großes, bislang unzureichend genutztes Potenzial für den privaten und gewerblichen Transport und leisten einen erheblichen Beitrag zur umweltfreundlichen Mobilität im urbanen Raum. Eine allgemeine, bundesweite Kaufprämie bei der Neuanschaffung von (E-)Lastenrädern kann die Logistik in der Stadt erheblich entlasten und besonders für Familien ein autofreies Leben ermöglichen.

In Österreich gibt es bereits eine bundesweite Cargobike-Kaufprämie – wenn auch mit 400 Euro in vergleichsweise geringer Höhe. In Deutschland gibt es einen wachsenden Flickenteppich von kommunalen und landesweiten Kaufprämien-Programmen. In Hamburg, Münster, Karlsruhe und Köln gab es 2019 jeweils einen großen Ansturm auf Cargobike-Kaufprämien für Privatpersonen.

Europäische Marktdaten für Cargobikes

Auf europäischer Ebene arbeitet das EU-geförderte CityChangerCargoBike-Projekt (CCCB) an einer Umfrage zur Marktgröße von Cargobikes. Dazu startet das Projekt im Frühjahr 2020 Abfragen bei Cargobike-Herstellern. Ergebnisse sollen im Rahmen der Cargo Area auf der EUROBIKE im September 2020 vorgestellt werden. cargobike.jetzt ist CCCB-Partner und koordiniert das Umfrage-Projekt.