Fahrradmitnahme in der Bahn auch für Cargobikes?

Warten auf die Regionalbahn mit Kindern und CargobikeDas Cargobike ist der perfekte Autoersatz in der Stadt. Aber mal schnell raus ins Grüne oder gar in den Urlaub damit fahren? Ja, teilweise ist die Mitnahme von Cargobikes in Zügen möglich. Gewusst wie!

Ein Portal der Deutschen Bahn (DB) zur Fahrradmitnahme bietet nur einen indirekten Hinweis zu Cargobikes:

Besondere Fahrradtypen (z.B. Tandem, Liegerad) sind aus Kapazitätsgründen nicht in allen Fernzügen, die wir für die Fahrradmitnahme anbieten, zugelassen. Für diese Fahrradtypen müssen Sie vor Antritt der Reise spezielle Stellplätze buchen.“

Mit Cargobike in den FamilienurlaubIn Zügen des Nahverkehrs ist die Lage noch unübersichtlicher. Auch andere Infoportale zur Fahrradmitnahme bieten meist keine oder nur spärliche Informationen zum Spezialfall Cargobikes. Deswegen hier mein Versuch eines ausführlichen Überblicks über offizielle Regelungen und praktische Herausforderungen. Grundlage sind eigene Erfahrungen, offizielle Beförderungsbedingungen, eine Diskussion im Cargobike-Forum sowie Gespräche mit MitarbeiterInnen der DB und von Reisebüros.

Wo die Regeln unklar sind, empfehle ich die jeweils konservativere Auslegung. Gleichwohl kann ich keine Gewähr für die Gültigkeit aller Angaben im Einzelfall geben. Ich freue mich über zusätzliche Hinweise und Verbesserungsvorschläge per Kommentarfunktion am Ende dieser Seite und werde den Beitrag dann fortlaufend aktualisieren.

Der Überblick beginnt beim Zugang zum Gleis. Weiter geht es mit den unterschiedlichen Mitnahmeregelungen in Fernverkehrs- und Nahverkehrszügen sowie Alternativen zur Mitnahme des eigenen Cargobikes. Abschließend gibt es noch einen Blick in die Schweiz und auf Zukunftsperspektiven.

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In Kürze:

  • Vor Reiseantritt über barrierefreien Zugang zu den Gleisen an Start-, Ziel- und Umsteigebahnhöfen erkundigen. Kopfbahnhöfe sind von Vorteil.

  • Aufzüge können für viele einspurige Cargobikes zu kurz und für manche dreirädrige Cargobikes zu schmal sein. Rolltreppen dürfen mit Fahrrädern generell nicht benutzt werden.

  • Verbindungen ohne Umsteigen bevorzugen

  • Im Ernstfall auf Schleppaktion zum/vom Gleis vorbereitet sein

Im Detail:

Mit dem Cargobike über ebenerdigen Gleisübergang.Ebenerdig erreichbare Bahnsteige sind für die Zugfahrt mit Cargobike der Idealfall. Dies ist oft bei Kopfbahnhöfen oder bei kleinen Bahnhöfen mit ebenerdigen Gleisüberquerungen der Fall. In anderen Bahnhöfen sind zumindest die äußeren Gleise ebenerdig zu erreichen. Der Zugang zu den Bahnsteigen über Rampen ist in Deutschland im Vergleich zur Schweiz leider selten.

Zweitbester Fall sind ausreichend große Aufzüge. Leider sind viele Aufzüge für einspurige Long Johns zu kurz und manche Aufzüge für dreirädrige Cargobikes zu schmal. In Berlin sind die Aufzüge im Ostbahnhof vorbildlich groß. Am Regionalbahnhof Potsdamer Platz dagegen passt unser einspuriges Winther Wallaroo (Länge 2,63 m) nur hinein, wenn es vorne oder hinten etwa einen Meter angehoben wird. Es soll Cargobiker geben, die in solchen Fällen die Rolltreppe nutzen – mit angezogener Handbremse und Vorderrad die Rolltreppe hoch. Fahrräder sind jedoch auf Rolltreppen generell verboten.

Vorbildlich breite und lange Aufzüge gibt es am Berliner Ostbahnhof.

Manchmal muss man in den sauren Apfel beißen und das Cargobike Bahnhofstreppen hoch oder runter tragen. Oft packen spontan Passanten mit an oder passen kurz auf die Kinder auf.

Wenn möglich, sollte man direkte Verbindungen ohne Umsteigen wählen und sich über barrierefreie Zugangsmöglichkeiten am Start-, Ziel- und Umsteigebahnhof erkundigen. Über die Suchfunktion bei www.bahnhof.de gibt es Lagepläne zumindest der größeren Bahnhöfe. Oder einfach Zollstock in die Jacke packen und bei nächster Gelegenheit die Aufzugsbreiten und -längen am Heimatbahnhof messen. Wer die Lage an einem Start-, Ziel- oder Umsteigebahnhof nicht genau kennt, sollte immer auf eine mögliche Schleppaktion vorbereitet sein.

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In Kürze:

  • Mitnahme eines zwei- oder dreirädrigen Cargobikes in Zügen des DB-Fernverkehr (außer im ICE) ist gewöhnlich möglich wenn

    • der Zug ein Fahrradabteil hat und

    • dieses Fahrradabteil mindestens zwei speziell ausgewiesene Tandem-Stellplätze hat (Info nur über DB Service Center oder Reisebüros erhältlich)

  • Für ein Cargobike braucht es zwei reservierte Tandemstellplätze und zwei Fahrradtickets. Preis je Fahrradticket: auf Inlandsstrecken 9 € (mit Bahncard 6 €), auf internationalen Strecken 10 €.

  • Tandemplätze sind nicht online buchbar. BahnmitarbeiterInnen müssen sich oft mühselig zum Thema Cargobikes schlau machen. Tipp: Beratung und Buchung in einem Büro der Bahnprofis.

  • Vor allem bei dreirädrigen Cargobikes vorher Türbreite in Erfahrung bringen.

  • Rechtzeitig auf zügiges Ein- und Aussteigen vorbereiten und auf Höhenunterschied zwischen Bahnsteig und Waggoninnerem gefasst sein.

  • Cargobike stabil und platzsparend abstellen. Durchgänge und Notausgänge freihalten. Bei Platzproblemen kann das Zugpersonal die Mitnahme verweigern. Züge mit bereits vielen reservierten Fahrradstellplätzen meiden. Teilbare Cargobikes können bei Platznot von Vorteil sein.

Im Detail:

Die Fahrradmitnahme ist im Fernverkehr der Deutschen Bahn (DB) in IC-, EC- und CNL-Zügen möglich wenn im Fahrplan ein Fahrradabteil angegeben ist. Ein Stellplatz muss vorher reserviert werden, ein Fahrradticket kostet auf innerdeutschen Strecken 9 Euro (mit Bahncard 6 Euro), auf internationalen Strecken 10,- Euro.

Zugelassene Radtypen bei der Fahrradmitnahme

Für die Mitnahme von Cargobikes ist Abschnitt 1.8.2 der DB-Beförderungsbedingungen relevant:

„Die Mitnahme ist auf zweirädrige, einsitzige, nicht- oder elektrohilfsmotorisierte Fahrräder sowie zusammengeklappte Fahrradanhänger beschränkt. In besonderen Zügen können, sofern ausreichend Platz vorhanden ist, auch nichtmotorisierte Liegeräder, Tandems sowie Dreiräder mitgenommen werden.“

Cargobikes sind zwar nicht explizit benannt doch gewöhnlich werden sie in der Praxis den Liegerädern, Tandems und Dreirädern zugeordnet. In Bezug auf einspurige Cargobikes könnte man auch argumentieren, dass sie „zweirädrige“ und „einsitzige“ Fahrräder sind. Doch ein Bahninsider rät dringend zu einer konservativen Zuordnung der einspurigen Cargobikes zur Kategorie der Liegeräder, Tandems und Dreiräder, um im Zug Stress mit dem Zugpersonal zu entgehen. Schließlich sind einspurige Cargobikes größer als normale Fahrräder und oft sogar länger als Tandems.

Reservierung und Tickets für Cargobikes

Welches sind nun die „besonderen Züge“, in denen „Liegeräder, Tandems sowie Dreiräder“ offiziell mitgenommen werden können? Leider geht das aus den öffentlich zugänglichen Fahrplaninformationen nicht hervor. Nur DB Service-MitarbeiterInnen und Reisebüros haben Zugriff auf eine Liste, in der Anzahl und Art der Stellplätze in allen Fahrradabteilen von DB-Fernverkehrszügen vermerkt sind. In einer Spalte steht die Gesamtzahl der Fahrradstellplätze eines Zugs (Spannbreite von 2 bis 36). In einer weiteren Spalte ist angegeben, wie viele davon Tandem-Stellplätze sind (0 bis 6, oft 2). Andere Arten von Fahrradstellplätzen werden nicht angegeben. Der Bahninsider sagt, Stellplätze für ein Cargobike sollten nur da gebucht werden, wo es mindestens zwei Tandem-Stellplätze gibt. Denn im Buchungssystem der Bahn wird unterschieden zwischen

  • „handelsüblichen“ Fahrrädern, Fahrradanhängern, zweisitzigen Tandems und Liegerädern und

  • „handelsüblichen“ Fahrrädern mit „zusammengeklapptem Fahrradanhänger“ und Dreirädern.

Erstere brauchen ein Ticket und eine Reservierung, letztere jeweils zwei. Auch hier rät der Bahninsider zu einer konservativen Einordnung der einspurigen Cargobikes zu den Dreirädern.

Wer jedoch am Bahnschalter eine Reservierung für ein Cargobike aufgeben will wird in den meisten Fällen auf MitarbeiterInnen stoßen, die sich selber erst mal mühselig schlau machen müssen. Mein Tipp: In einem Büro der Bahnprofis beraten lassen und dort auch alle Tickets buchen – oft haben die nämlich auch noch besondere Spartipps.

Praktische Herausforderungen: Türbreiten, Höhenunterschiede, Abstellen im Zug

Die Türbreiten sind in IC-, EC- und CNL-Waggons meistens 80 oder 90 cm. Für ein dreirädriges Cargobike kann das ein entscheidender Unterschied sein. Mit der Zugnummer des gewünschten Zuges kann man hier für den aktuellen DB-Fahrplan 2016 dessen Wagenreihung anschauen und herausfinden, in welchen Waggons welchen Typs es ein Fahrradabteil gibt. Im Anschluss kann man für diese Waggontypen hier im Forum des ICE-Treff die Türbreiten herausfinden. Handelt es sich um ein Fahrradabteil in einem Steuerwagen vom Typ „Bpmbdzf“ oder „Bim(d)z(f)“ sollte der Eingang 90cm breit und das Fahrradabteil relativ groß sein. Alle Angaben auf diesen Seiten sind jedoch ohne Gewähr und es kann immer kurzfristig zu Abweichungen bei der tatsächlichen Wagenreihung kommen.

Vor dem Ein- oder Aussteigen sollte man immer auf einen Höhenunterschied zwischen Bahnsteig und Zuginnerem vorbereitet sein. Am besten Kinder und besonders schweres Gepäck vorher abladen sowie helfende Hände organisieren.

Im Fahrradabteil selbst sind dann zwei offiziell reservierte Tandemstellplätze leider keine Garantie dafür, dass man sein Cargobike auch wirklich gut abstellen kann. In vollen Fahrradabteilen ist Kreativität gefragt und Kommunikation mit anderen Reisenden mit Rad Teilbare Cargobikes können hier von Vorteil sein. Präventiv kann man beim Reservieren Verbindungen mit absehbar vielen Fahrradbuchungen meiden.

Zu guter Letzt sollte man eines nie vergessen: Das Zugpersonal trifft die letzte Entscheidung über die Mitnahme einzelner Fahrräder. Wer mit dem Cargobike die Abfahrt verzögert oder später im Zug Platzprobleme verursacht oder gar Fluchtwege blockiert, der/die riskiert nicht mitgenommen oder rausgeschmissen zu werden.

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In Kürze:

  • Die Mitnahme von Fahrrädern und Cargobikes in Regional- und S-Bahnen ist in den Beförderungsbedingungen der verschiedenen regionalen Verkehrsverbund sehr unterschiedlich geregelt.

  • Wo die Mitnahme von Cargobikes gestattet ist braucht es keine Reservierung. Preis des Tickets und ob überhaupt ein Ticket benötigt wird hängt vom Verkehrsverbund ab.

  • Die Grundsätze der Fahrradmitnahme sollten wegen des größeren Platzbedarfs bei der Mitnahme von Cargobikes ganz besonders beachtet werden: Vorrang für Kinderwägen und Rollstühle, Gänge und Türen freihalten, Stoßzeiten unbedingt meiden, keine Mitnahmegarantie in vollen Zügen.

  • Türbreiten und Höhendifferenzen sind beim Ein- und Aussteigen seltener ein Problem als im Fernverkehr. Höhendifferenzen können vor allem bei sehr kleinen Bahnhöfen vorkommen. Frühzeitig auf Ein- und Aussteigen vorbereiten.

Im Detail:

Jenseits der Stoßzeiten.

Die Fahrradmitnahme im Interregio-Express (IRE), im Regional-Express (RE), in der Regionalbahn (RB) und in der S-Bahn ist in den regionalen Verkehrsverbünden ganz unterschiedlich geregelt. Der wichtigste Unterschied zum DB-Fernverkehr: es muss kein Stellplatz im Voraus reserviert werden.

Das Spektrum der unterschiedlichen Regelungen reicht vom expliziten Mitnahmeverbot von „Dreirädern“ und „Fahrrädern zum Lastentransport“ im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) – wobei hier offen bleibt, ob zweirädriger Kindertransporter ebenfalls ausgeschlossen sind – bis zu einer grundsätzlichen Freigabe in Nordrhein-Westfalen. Hier trat im April 2014 eine landesweite Vereinheitlichung der Fahrradmitnahme im Nahverkehr in Kraft. Darin heißt es „Ein Fahrrad ist ein mit Muskelkraft betriebenes Radfahrzeug“ . Eine weitere Differenzierung nach Bautypen gibt es nicht. Damit sind alle Fahrradtypen bei der Mitnahme in Regional- und S-Bahnen in NRW auf dem Papier grundsätzlich gleichberechtigt. Ein Beispiel, das auch in anderen Bundesländern Schule machen sollte. Die relevanten Auszüge aus den Beförderungsbedingungen in NRW, in Berlin-Brandenburg und bei drei privaten Bahnunternehmen ODEG, HEX und Metronom habe ich hier zusammengestellt. Zu allen Verkehrsverbünden und ihren Beförderungsbedingungen gelangt man über die DB-Seite Fahrradmitnahme im Nahverkehr.

Die Fahrradabteile in Zügen des Nahverkehr sind sehr unterschiedlich. Nicht überall erlaubt die Größe der Fahrradabteile die Mitnahme von Cargobikes. Doch oft (nicht immer) gibt es in Nahverkehrszügen breite Doppeltüren mit fast ebenerdigem Einstieg und größeren Fahrradabteilen. Manchmal kann man sogar mit Kindern an Bord in den Zug rein- und rausrollen. Doch verallgemeinern lässt sich das nicht. Manchmal können im Eingangsbereich auch mittig aufgestellte Metallbügel oder -stangen zum überraschenden Hindernis werden. Deswegen besser vor Reiseantritt mal Türbreiten, Höhendifferenzen und Größe der Fahrradabteile prüfen und im Zweifelsfall beim Ein- und Aussteigen rechtzeitig auf alles vorbereitet sein.

Wegen ihres größeren Platzbedarfs gelten für Cargobikes die Grundsätze der Fahrradmitnahme natürlich ganz besonders:

  • Nur für die Fahrradmitnahme ausgewiesenen Flächen nutzen, platzsparend abstellen und Durchgänge und Türen freihalten

  • Vorrang für Kinderwägen und Rollstühle

  • Stoßzeiten unbedingt meiden

  • keine Mitnahmegarantie: „Das Zugpersonal entscheidet, ob eine Fahrradmitnahme bei hoher Nachfrage noch möglich ist“ (gemeinsames DB/ADFC-Papier Tipps für die Fahrradmitnahme).

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Bei Fernreisen könnte die Aufgabe als Gepäckstück eine gute Alternative zur Mitnahme des Cargobikes im Fahrradabteil sein. Das bietet die DB aber leider nur für „normale“ Zweiräder: „Tandems, Liege- und Dreiräder können aufgrund der größeren Abmessungen nicht befördert werden“ hieß es noch Ende 2015 auf der DB-Seite Fahrrad mit Gepäck versenden. Wenn Verschickung, dann also mit einer vergleichsweise teuren Spedition.

Eine weitere Alternative zur Mitnahme des eigenen Cargobikes im Zug ist die Nutzung von Sharing- und Verleihangeboten am Zielort. Eine Liste mit Angeboten in Deutschland, Österreich und der Schweiz habe ich hier zusammengestellt.

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Selbstverständlich ist die Frage berechtigt, wo eine sinnvolle verkehrspolitische und betriebswirtschaftliche Grenze für die Fahrradmitnahme in Zügen liegt. Die Antwort wird je nach Strecke, Tages- und Jahreszeit unterschiedlich ausfallen. In Bezug auf Spezialräder wie Cargobikes sollte die Mitnahme dabei jedoch ausschließlich vom Platzangebot abhängig sein und nicht pauschal ausgeschlossen werden.

Die 2014 erfolgte Gleichstellung aller Fahrradtypen im NRW-Nahverkehr ist dafür ein hoffnungsvolles Zeichen. Sie findet hoffentlich bald Nachahmer in anderen Verkehrsverbünden.

Im DB-Fernverkehr hätte die Einführung der neuen Intercity 2-Züge mit 130 bzw. 184 cm breiten Doppeltüren und ebenerdigem Einstieg ein großer Fortschritt für die bequeme Mitnahme von Cargobikes sein können. Doch leider scheinen hier keine Tandem-Stellplätze vorgesehen zu sein. So können eigentlich auch keine Stellplätze für Cargobikes reserviert werden.

Noch trauriger ist die Entwicklung in der Schweiz. Die SBB hat die Möglichkeiten zur Fahrradmitnahme im Fernverkehr 2015 zwar gezielt ausgebaut. Gleichzeitig wurde aber die Mitnahme von Tandems, Liegerädern und Cargobikes mit einer Länge von mehr als zwei Metern im Fernverkehr explizit ausgeschlossen. Die Argumente und Proteste der Fahrradverbände gegen diese „radikale Entscheidung“ blieben leider folgenlos. Das Verbot trat am 1. Januar 2016 in Kraft.

Ein Beispiel, das bei der Deutschen Bahn hoffentlich keine Schule macht.

5 comments

  1. Hallo Arne.jetzt!
    Bis jetzt habe ich mich mit dem Douze bzw. Bullitt durch die Züge der DB und ÖBB (sehr viel freundlicher und günstiger als die DB) „durchgeschummelt“. Diese ausführliche Übersicht hier ist wirklich top!
    Danke, ich werde sie weiterempfehlen!
    Gute Fahrt,
    Jakob

  2. Hallo Arne,

    danke für den schönen Bericht und die Übersicht.
    Und toll, dass du auch unser Beispiel gezeigt hast, als wir ein Radkutsche Musketier von Konstanz mittels zweier Nahverkehrszüge zurück zu seiner Homebase transportiert haben.
    Das Rad nimmt ja durchaus den Platz eines Kleinwagens ein. Der Planenaufbau passte mit wenigen Millimetern Abstand durch die Zugtüren. Das große Fahrradabteil war zum Glück leer und so konnten wir die Kutsche darin parken. Natürlich hatten wir dafür auch eine Fahrradkarte Nahverkehr erworben. Der Schaffner war so fasziniert von dem Rad, dass er zum Glück gar nicht auf die Idee kam, über die Zulässigkeit dieses Beförderungsfalles nachzudenken. Und auch zwei Polizeibeamte, die später zur Zugkontrolle einstiegen, beschäftigten sich intensiv mit dem Rad. Und auch im zweiten Zug gab es keinerlei Diskussionen, sondern nur staunendes Interesse seitens des Schaffners.

    Fazit: wenn das Rad sehr interessant ist und die Zugbegleiter nicht nur durch die Regelbrille schauen, kann so eine Fahrt klappen und darüber hinaus auch unterhaltsam sein.

    Weiterhin gute Fahrt

    Marco

  3. Hey Arne,

    super Zusammenfassung! Auch ich bin schon mal mit GEORG (Bullitt) von Bocholt nach Köln gereist und musste wegen Zugausfällen in Oberhausen sogar in die Straßenbahn umsteigen. Wie auch Marco und Jakob hatte ich keinerlei Probleme, sondern nur begeisterte Menschen. Selbst in der Straßenbahn war niemand genervt oder sonstiges als der Ausstieg ein wenig länger dauerte. Ebenfalls waren die Schaffner im RE 5 nett und zuvorkommend und halfen mir sogar das Rad rauszutragen. Klares GO für den Transport also – zumindest im Münster- und Rheinland. 😉