Bild: Stadt Leipzig

Ein Hebel für die Verkehrswende: Öffentliche Aufträge an emissionsfreie Transporte binden. Leipzig geht voran.

Seit Anfang August erfolgt der Postaustausch zwischen 24 kommunalen Institutionen in der Leipziger Innenstadt per Cargobike. Der Gemeinderat hatte im März 2019 auf Initiative der Grünen und mit Gegenstimmen von CDU und AFD eine Umstellung städtischer Kurierfahrten auf emissionsfreie Cargobikes und E-Fahrzeuge beschlossen. Die Stadt Leipzig machte dies zum Kriterium bei ihrer fälligen Neuausschreibung der Kurierdienstleistungen für die Kommune.

Der zuständige Leipziger Bürgermeister Uwe Albrecht (CDU) hatte am 19. Januar 2020 im Gemeinderat ausführlich über die geplante Umsetzung berichtet (siehe Video ab Min. 17.10). Anfang August startete nun das Leipziger Radlogistik-Unternehmen Fulmo Kurierunion den Cargobike-Einsatz. Die Pressemitteilung der Stadt Leipzig ist im Folgenden dokumentiert.

Welche Kommune folgt als erste dem Leipziger Cargobike-Beispiel? Ob bei der externen Auftragsvergabe oder der Umstellung im eigenen Fuhrpark: Kommunen haben hier einen wichtigen Hebel zur Umstellung von urbanem Wirtschaftsverkehr auf Cargobikes. Das gilt natürlich auch für Auftragsvergabe und Beschaffungspolitik von Bund und Ländern!

Kompetente Radlogistik-Unternehmen, die gerne öffentliche Aufträge übernehmen sind übrigens im Radlogistik Verband Deutschland (RLVD) zusammengeschlossen.


 

Pressemitteilung der Stadt Leipzig, 3. August 2020

Innerstädtische Kurierfahrten erfolgen jetzt mit Lastenrädern

Ab August nutzt der Verwaltungskurierdienst für Touren in der City ausschließlich Lastenfahrräder. Durch den zentralen Kurierdienst der Stadt werden täglich Dienststellen, verschiedene Behörden und Einrichtungen – insgesamt bis zu 130 Objekte in Leipzig – in mehreren Touren angefahren. Auf Basis der Beschlüsse zur klimafreundlichen Verwaltung wurden diese Fahrten nun neu strukturiert und mit Auslaufen des Vertrages über ein Vergabeverfahren neu ausgeschrieben. Hauptamtsleiter Dr. Christian Aegerter sagt:

Wir wollen die Verkehrswende in Leipzig ein Stück mitgestalten und zeigen, dass die Verwaltung auf nachhaltigen Transport setzt. Es war nicht einfach, geeignete Anbieter für die Kurierfahrten per Lastenrad zu finden, aber es ist geglückt. Vielleicht kann unser Beispiel Schule machen.

Die Mitarbeiter der Firma Fulmo Kurierdienst GbR decken die Fahrten für insgesamt 24 Objekte ab sofort mit zwei Lastenfahrrädern ab. Ihre Routen sind zwischen fünf und zwölf Kilometer lang und betreffen das Zentrum sowie den Außenring der Stadt Leipzig. Angefahren werden unter anderem die Außenstellen in der Otto-Schill-Straße, Thomasiusstraße und Friedrich-Ebert-Straße, die Volkshochschule, die Städtischen Museen und das Marktamt. Die größte Masse an Briefsendungen müssen die Museen bewältigen, etwa mit ihren Informationsflyern zu Veranstaltungen.

Für die entfernteren Kuriertouren, die auch künftig mit dem Kraftfahrzeug gefahren werden, erfolgt innerhalb eines Jahres schrittweise die Umstellung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren hin zum Elektroantrieb. Hierfür sind derzeit vier Kfz im Einsatz, die täglich Strecken von bis zu 315 Kilometer pro Tag zurücklegen. Die Kuriere sichern den Postvertrieb unter anderem für alle städtischen Kindertageseinrichtungen und Schulen, die Außenstellen der Stadtverwaltung, Eigenbetriebe aber auch Gerichte und öffentliche Behörden in Leipzig. Das größte Postaufkommen entfällt dabei auf Ämter wie das Ordnungsamt mit der Bußgeld- und Ausländerbehörde, das Sozialamt sowie das Amt für Jugend, Familie und Bildung.

Allein im Wahljahr 2019 waren täglich rund 5.800 Sendungen im städtischen Posteingang und 18.600 im Postausgang zu transportieren, zusätzlich kamen jeden Tag etwa 22.000 Stück verwaltungsinternes Schriftgut hinzu. In diesem Jahr – ohne dass Wahlen abgesichert werden müssen – rechnet die Poststelle mit etwa 14.000 täglichen Sendungen im Postausgang und 15.000 verwaltungsinternen Sendungen – der Posteingang pro Tag entspricht im Schnitt dem aus dem vergangenen Jahr.


 

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