Zwar will Fahrrad- und Bahnminister Andreas Scheuer „Autofahrer nicht einschränken“. Aber über eine Cargobike-Kaufprämie will er mal nachdenken.

„BILD-Leser fragen Andreas Scheuer (CSU): Was läuft da verkehrt, Herr Verkehrsminister“ – so der Titel einer Gesprächsrunde heute auf Seite 2 der BILD-Zeitung. Eingeladen auf das Tempelhofer Feld waren acht Gäste, die unterschiedliche Verkehrsmittel nutzen. Ich war als Berliner Alltags-Radler dabei. Bevor der Minister eintraf (er stand im Stau) hatte ich bereits ein spannendes Gespräch mit BVG-Busfahrer Torsten Salw und Taxi-Unternehmer Hasan-Ali Yildirim über massiv zugeparkte Busspuren in Berlin.

Meine Eingangsfrage an Verkehrsminister Scheuer: „Sind Sie bereit, das Fahrradfahren zulasten des Autoverkehrs zu fördern, um Stadtverkehr klimafreundlicher zu machen?“. Die Antwort war vorhersehbar und ist hier auf Bild.de zu lesen. Im Video-Beitrag gibt es noch zusätzliche Kommentare nach dem Gespräch.

Was weder in der Zeitung noch im Video vorkommt: Scheuer äußerte sich auf Nachfrage sehr engagiert zum Ziel von 20 Prozent urbanem Lieferverkehr auf Cargobikes. Das hatte er beim Nationalen Radverkehrskongress in Dresden vorgestellt. Meinen Hinweis, dass dafür eine umfassende Cargobike-Kaufprämie hilfreich wäre wollte er mitnehmen.

Eine Kaufprämie für eCargobikes auf Bundesebene haben die Fahrradverbände ADFC, VSF und ZIV bereits zur Bundestagswahl 2017 gefordert. Seit März 2018 gibt es eine sehr eingeschränkte Cargobike-Kaufprämie des Bundesumweltministeriums für gewerbliche Schwerlasträder und Gespanne mit Pedelec-Antrieb.

Der Run auf kommunale und länderspezifische Cargobike-Kaufprämien zeigt: Bei all dem Stress mit der PKW-Maut wäre eine bundesweite Kaufprämie für private und gewerbliche Cargobikes mal ein Gewinnerthema. Noch dazu ein klima- und verkehrspolitisch sinnvolles.